Geschichte der Firma Lieb



Nat?rlich m?chten wir als traditionsbewusste Feuerwehr auf unserer Homepage auch einen kurzen  ?berblick zur ehemaligen Feuerwehr-Requisitenfabrik J.G. Lieb in Biberach geben. Nachfolgend ein kleiner ?berblick zur Entstehung, Bedeutung und Entwicklung der Fa. Lieb.




Die Lieb'sche Fabrik um 1877


1873 gr?ndete der Sattlermeister Johann Georg Lieb in Biberach sein Gesch?ft.
Er begann mit  der Umarbeitung von 600 ehemaligen bayrischen Milit?rhelmen zu Feuerwehrhelmen. Bereits 1874 erweiterte er seinen Gesch?ftsbereich um die Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Holzleitern. Er stellte als Konstrukteur Paul Schmahl ein, auf den zahlreiche Patente zur?ckzuf?hren sind. 1876 f?hrte Lieb seine erste mechanische Leiter ?ffentlich auf dem Marktplatz Biberach vor. Die Firma hie? seit dem J.G. Lieb, Feuerwehr-Requisiten-Fabrik. Anl?sslich des 6. w?rtt. Feuerwehrtages im Juli 1879 pr?sentierte Lieb weitere patentierte mechanische Leitern seines Chefkonstrukteurs Schmahl. 1884 schenkte das Mitglied der Steigercompagnie Fritz Lieb, der inzwischen Inhaber der Fa. J.G. Lieb wurde, der Biberacher FW eine 14 m  Leiter. Fritz Lieb wurde von 1887 bis 1897 Kommandant der Biberacher Wehr. Anl?sslich der Weltausstellung in Paris 1900 stellte Lieb seine Leitern aus. In Biberach pr?sentierte er alle seine Exponate auf dem Marktplatz.




Die Fabrik um 1900


Um 1900 war die Fa. Lieb mit ca. 140 Mitarbeitern der zweitgr?sste Betrieb in Biberach. Werkstatten wie, Schmiede, Dreherei, Blechnerei, Wagnerei, Flaschnerei, Metalldruckerei, Galvanik,  Sattlerei, Schneiderei und Lackiererei siedelten sich unterhalb des wei?en Turms an. Lieb fertigte neben Leitern, Mannschafts-, Ger?te-, Hydranten- und Schlauchwagen, alle Ausr?stungsgegenst?nde rund um das Feuerwehrwesen. Helme, Laternen, Signalinstrumente, Sprung- und Rettungss?cke, Handfeuerl?scher, Rauchapparate, Sanit?terausr?stungen und vieles mehr. Zwei Dampfmaschinen lieferten die Energie f?r die Produktion. 9 goldene und 22 silberne internationale Staatspreise konnte die Firma als Referenz f?r Qualit?t und Innovation nachweisen. Die Bedeutung der Fa. Lieb als Feuerwehr-Ausstatter als Pionier des Feuerwehrwesens ist unumstritten. 1903 erhielt Lieb das Patent auf die Kippsicherung f?r Drehleitern.




Die Vereinigten Feuerwehrger?te Fabriken


1902 und 1905 beherrschten die vier gro?en Feuerwehr-Requisitenhersteller Fa. Lieb (Biberach), Magirus (Ulm), Braun (N?rnberg) und Ewald (K?strin) den europ?ischen Markt. Die vier Grossen bildeten eine Verkaufsgemeinschaft die 1921 wieder aufgel?st wurde. Nicht jeder Partner profitierte davon, wie sich sp?ter zeigte. Die Verkaufsgemeinschaft firmierte unter dem Namen ?Vereinigte Feuerwehrger?te-Fabriken? mit Verkaufsb?ros in Ulm, M?nchen und Berlin. Eine Spezialisierung der einzelnen Anbieter sollte zu einem erfolgreicheren Verkauf f?hren. Magirus sicherte sich die zukunftsweisenden Anteile der Drehleitern, Dampf- und Motorspritzen. 1908 stirbt der Chefkonstrukteur der Fa. Lieb mit nur 61 Jahren. Sein erfinderisches Talent und kaufm?nnisches Geschick trugen erheblich zum Erfolg der Fa. Lieb teil. Nach dem Kriegsende 1918 wurde die Fa. Lieb von Biberach nach Blaubeuren verlegt. Fritz Lieb ?bergab das Unternehmen bereits 1915 an seine zwei S?hne Fritz und Georg. Warum die Feuerwehrrequisitenfabrik J.G. Lieb S?hne GmbH nach Blaubeuren verlegt wurde, ist heute nicht mehr genau nachzuvollziehen. Vielleicht sind eventuell bereits finanzielle Schwierigkeiten oder die unzureichende Expansionsm?glichkeit im zentralen Stadtgebiet der Anlass gewesen. In Blaubeuren wurden weiterhin Feuerwehrger?te, vor allem mechanische Leitern, hergestellt. 1922 stirbt Kommerzienrat Fritz Lieb in Biberach. 1932 f?hrten wirtschaftliche Schwierigkeiten nach fast 60 Jahren zum Ende der weltbekannten Firma.




Die Rottweiler Liebleiter von 1932


Aus heutiger Sicht war vermutlich auch ein Grund, dass das Produktionssegment nicht auch auf Spritzen und motorisierte Ger?te ausgeweitet wurde. Zwei Fahrzeuge verlie?en 1932 noch das Werkgel?nde in Blaubeuren. Es waren zwei Holzdrehleitern von Lieb auf Mercedes-Fahrgestell. Eine originale Lieb-DL befindet sich heute im Bestand der FW Rottweil.

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